Mit der Jahresumfrage 2026 erhebt der Bundesverband erstmals systematisch Zahlen zu Arbeitslast, Verteilung und Wertschätzung des Ehrenamts in den Kammern für Handelssachen. Wir bitten alle aktiven und ehemaligen Handelsrichterinnen und Handelsrichter um ihre Teilnahme.
Handelsrichterinnen und Handelsrichter tragen mit ihrer kaufmännischen Erfahrung wesentlich zur Qualität der Rechtsprechung in den Kammern für Handelssachen bei – ehrenamtlich und oft neben einer vollen beruflichen Verantwortung. Wie hoch der tatsächliche Aufwand ist, wie unterschiedlich die Belastung zwischen Gerichten und Bundesländern verteilt ist und wie viel Anerkennung das Amt erfährt, ist bislang jedoch kaum mit belastbaren Zahlen belegt.
Das wollen wir ändern. Mit der Jahresumfrage 2026 startet der Bundesverband der Richter in Handelssachen ein Handelsrichter-Barometer, das künftig regelmäßig erhoben werden soll. So entsteht ein klares, vergleichbares Bild der Lage – und über die Jahre auch der Entwicklung.
Warum Ihre Teilnahme als Handelsrichter/in wichtig ist
Im Gespräch mit Landesjustizministerien, Industrie- und Handelskammern und Landgerichtspräsidien zählen belastbare Fakten. Persönliche Eindrücke und Einzelberichte sind wertvoll, überzeugen aber erst dann nachhaltig, wenn sie sich durch eine breite Datenbasis bestätigen lassen.
Die Ergebnisse der Umfrage sollen uns ermöglichen,
- die Situation konkret zu benennen – mit Zahlen zu Sitzungstagen, Vorbereitungsaufwand, Wegezeiten und Ausstattung,
- Unterschiede sichtbar zu machen – zwischen Bundesländern, Landgerichten und Formen der Geschäftsverteilung,
- Wertschätzung messbar zu machen – etwa beim Thema Aufwandsentschädigung im Vergleich zu anderen Ehrenämtern,
- Verbesserungsvorschläge gezielt zu adressieren – gegenüber Justizverwaltung, Politik und den IHKs, die Handelsrichterinnen und Handelsrichter vorschlagen.
Je mehr Kolleginnen und Kollegen teilnehmen, desto stärker ist die Stimme der Handelsrichterschaft.
Wer teilnehmen sollte
Angesprochen sind alle aktiven sowie ehemaligen Handelsrichterinnen und Handelsrichter – unabhängig davon, ob Sie Mitglied in unserem Bundesverband sind. Gerade die Erfahrungen ehemaliger Amtsträgerinnen und Amtsträger helfen uns, Entwicklungen einzuordnen und Gründe für ein Ausscheiden zu verstehen.
Was wir abfragen
Die Umfrage ist überwiegend als Auswahlbefragung angelegt und damit schnell auszufüllen. Sie umfasst folgende Themen:
- Einsatz und Erfahrung – Bundesland, Landgericht und Dauer der Amtsausübung
- Arbeitslast und Verteilung – Sitzungstage in den letzten zwölf Monaten, feste Fallbindung oder wechselnde Zuteilung, Zeitaufwand für Aktenstudium, Vor- und Nachberatung je Verfahren sowie Wegezeiten zum Gericht
- Digitalisierung – Stand der elektronischen Akte, Zugang von außerhalb des Gerichts, Unterzeichnung von Urteilen
- Aufwandsentschädigung und Wertigkeit – Ihre Haltung zu einer Entschädigung analog zu anderen Ehrenämtern nach dem JVEG (z. B. Schöffinnen und Schöffen, IHK-Prüferinnen und -Prüfer)
- Fortbildung und Mediation – bisherige Teilnahme, Interesse an Angeboten, bevorzugte Informationswege sowie Interesse an einem Einstiegskurs oder einer Zertifizierung zur Mediatorin bzw. zum Mediator
- Standpunkte und Missstände – in freien Antworten: Was belastet Sie am stärksten? Welche Verbesserungen würden Ihre Arbeit spürbar erleichtern? Welche Botschaft möchten Sie Justizverwaltung, Politik oder dem Verband mitgeben?
Gerade die offenen Fragen am Ende sind uns wichtig: Sie geben den Zahlen ein Gesicht und liefern konkrete Ansatzpunkte für unsere Arbeit.
Vertraulichkeit ist garantiert
Die Umfrage fragt weder Ihren Namen noch Ihre Kontaktdaten ab. Die Antworten werden ausschließlich zusammengefasst ausgewertet. Rückschlüsse auf einzelne Personen sind weder durch die Erhebung noch werden diese in der Veröffentlichung möglich sein.
Was mit den Ergebnissen geschieht
Die Ergebnisse werden in unserer Fachzeitschrift veröffentlicht und auf handelsrichter.de ebenfalls bereitgestellt. Zugleich dient sie dem Verband als Argumentationsgrundlage gegenüber Justiz und Politik – insbesondere in Gesprächen mit Landesjustizministerien, Landgerichtspräsidien und den Industrie- und Handelskammern.
Jetzt teilnehmen
Die Teilnahme dauert etwa 10 Minuten.
Zur Jahresumfrage 2026 – hier teilnehmen
Die Umfrage ist bis zum 30.11.2026 geöffnet.
Unsere Bitte: Leiten Sie diesen Aufruf gern an Kolleginnen und Kollegen in Ihrer Kammer für Handelssachen und an Ihrem Landgericht weiter – auch an ehemalige Handelsrichterinnen und Handelsrichter. Jede zusätzliche Stimme macht das Bild genauer.
Für Rückfragen erreichen Sie den Vorstand unter vorstand@handelsrichter.de.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!